Gedenken 1. Mai 2016

Viele Menschen haben Angst vor der Zukunft, vor sozialem Abstieg. Sie trauen den etablierten Parteien nicht mehr. Rechte Bewegungen und die AfD profitieren vor allem von der zugespitzten Debatte um Zuwanderung und Flucht, den Auseinandersetzungen in der Regierungskoalition und dem Kurs der Merkel-Regierung, die in der Flüchtlingsfrage Schritt für Schritt von den Aussagen des Sommers 2015 abging. Dass diese Partei auch sozial ein reaktionäres Profil hat – sie will den Mindestlohn wieder abschaffen , an die Stelle von Hartz IV eine „Bürgerarbeit“ mit Niedrigstentlohnung einführen, eine reaktionäre Familienpolitik durchsetzen und die Frauen wieder an den Herd schicken, Steuererleichterungen für abhängig Beschäftigte streichen usw. – kommt im öffentlichen Diskurs kaum vor.
Die AfD setzt auf eine reaktionäre Wende und übt Druck mit ihren Wahlerfolgen aus auf die Parteien, die zur Verunsicherung vieler und zur Stimmung gegen jene beitrugen, die hierher geflohen sind. Kriege zwingt viele zur Flucht, Fluchtursachen sind aber ebenso Armut und Umweltveränderungen. „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“, erklärten die hungerstreikenden Asylsuchenden in München.
In der Diskussion um Aufnahme oder Ablehnung von Flüchtlingen werden Menschen auf Zahlen reduziert und zu Kosten-Nutzen-Faktoren reduziert. Der Gewalt ist die Tür geöffnet, wenn man Menschen ihr Menschsein nimmt. Die Folge: Meldungen über brennende Flüchtlingsheime sind seit Monaten alltäglich in den Medien.
„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben“, schrieb der italienische Schriftsteller und Auschwitz Überlebende Primo Levi.

Der Initiativkreis zur Ehrung der Neusser WiderstandkämpferInnen lädt Sie / Euch
am 1. Mai 2016 um 9.00 Uhrauf dem Neusser Hauptfriedhof
an den Gräbern von Hermann Düllgen und August Höhfeld zu einer
Gedenkfeier zu Ehren der Neusser Widerstandskämpferinnen und
Widerstandskämpfer ein!

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Informationsveranstaltung „NRW ganz rechts NRW ganz rechts – Die extreme Rechte in NRW auf dem Vormarsch?“

Am Montag 21.3.2016 findet um 19:30 Uhr in der  Alte Schmiede (Michaelstr.50, Neuss) eine Informationsveranstaltung zum Thema

„NRW ganz rechts NRW ganz rechts – Die extreme Rechte in NRW auf dem Vormarsch?“

statt.

Veranstalter ist das Bündnis „Neuss gegen Rechts“ und Unterstützer.

Referent ist Jürgen Peters (Freier Journalist und Autor sowie Bildungsreferent des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland).
28 Demonstrationen von PEGIDA- und deren Abspaltungen, der selbsternannten „Bürgerbewegung pro NRW“ sowie den „Republikanern“ im Jahr 2015 – und dies nur in der Nachbarstadt Düsseldorf; eine Verachtfachung der Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte im Vergleich zum Vorjahr in NRW; Demonstrationen mit mehreren tausend TeilnehmerInnen aus dem rechten Fußballfan-Spektrum in Köln: Ist die extreme Rechte in NRW vor dem Hintergrund der Debatten um islamistischen Terrorismus, eine angebliche Bedrohung eines wie auch immer definierten „Abendlands“ durch die Einreise von Schutz suchenden Menschen sowie um die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln auf dem Vormarsch? Kann sie diese Debatten für sich nutzen?
Der Vortrag versucht sich an einer Bestandsaufnahme extrem rechter Wahlparteien wie NPD, „Die Rechte“, „pro NRW“ und „Republikaner“, nicht parteiförmig organisiertem Neonazismus und rassistischen Bewegungen wie PEGIDA und „Hooligans gegen Salafismus“ (HoGeSa) in NRW. Was verbindet diese Akteure, was unterscheidet sie? Wie handlungsfähig sind sie, wo wirken sie zusammen? Benannt werden hierbei auch Beispiele aus dem lokalen Raum.
Erscheint zahlreich und leitet diese Information weiter!

Stadtrundgang zum 8. Mai 2015

Am 8. Mai 2015 jährt sich zum 70. Mal der Tag, an dem die Alliierten Deutschland vom Faschismus befreit haben.

Mit diesem Tag wurde dem von den deutschen Faschisten begangenen Völkermord an Juden, Roma und Sinti, dem Mord an psychisch und geistig beeinträchtigten Menschen, politischer Verfolgung, der Verfolgung Homosexueller sowie ernster Bibelforscher sowie dem bis dato verlustreichsten Raubfeldzug und Vernichtungskrieg ein endgültiges Ende gesetzt.

Um diesen Tag besonders zu würdigen und an die vielen Opfer des faschistischen Terrors auch in Neuss zu erinnern, lädt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen (VVN-BDA) Kreisvereinigung Neuss zu einem Antifaschistischen Stadtrundgang ein. Bei diesem Stadtrundgang stehen Aspekte der Verfolgung und Ermordung der Neusser Juden, des Widerstandes insb. der Gewerkschaften und Arbeiterparteien sowie des auch in Neuss erfolgten massenhaften Einsatzes von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen im Mittelpunkt.

Samstag 9.5.2015 um 15.00

am Brunnen vor dem Neusser Rathaus

Ehrung der Neusser WiderstandskämpferInnen 2015

Wir unterstützen

den Aufruf zur Ehrung der

Neusser WiderstandskämpferInnen

am 1. Mai 2015 um 9 Uhr

an den Gräbern von

Hermann Düllgen und August Höhfeld

auf dem Neusser Hauptfriedhof!

Der Widerstandskämpfer Hermann Düllgen schrieb 1943 in einem Brief aus dem Zuchthaus an seine Verwandten: „Hoffnung ist der feste Anker, der einen alles, selbst das Schlimmste, überstehen lässt. Die Hoffnung lässt mich heute meine sehr gefährliche Arbeit verrichten. Und ich hoffe euch recht bald lebend und gesund im friedlichen neuen Deutschland begrüßen zu können.“

Ein Jahr später, im Oktober 1944, wurde Hermann Düllgen hingerichtet. Im darauffolgenden Mai, vor 70 Jahren, hatte die gemeinsame Anstrengung der Völker der Welt unter unendlichen Opfern den deutschen Faschismus, der den Tod von Millionen und Abermillionen Menschen zu verantworten hat, besiegt. Ungeheure Menschheitsverbrechen kamen ans Licht. „Nie wieder!“, das war die Losung der Völker, und es wurde auch in Deutschland die Losung vieler.

Es kam ein anderes Deutschland, doch nicht das friedliche neue, das Hermann Düllgen ersehnt hatte. Über all die Jahrzehnte erleben wir Versuche, faschistischer und rassistischer Ideologie und Praxis wieder eine Massenbasis zu verschaffen, wie ein Wetterleuchten der Geschichte.

Im Gefolge der großen Finanzkrise wachsen überall in Europa faschistische und rassistische Bewegungen und Parteien. Ihre Propaganda weist die Schuld an der Abwälzung der Krisenlasten auf die Bevölkerung denen zu, die am meisten darunter leiden. Denen ohne Arbeit, den Flüchtlingen aus den Krisenregionen der Welt, den Migrantinnen und Migranten.

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Das schworen sich die Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald nach ihrer Selbstbefreiung im April 1945. Diesem Gedanken der Kämpferinnen und Kämpfer gegen den Faschismus sind wir verpflichtet.

Den Tätern, den Anstiftern des von Deutschland ausgegangenen Krieges widerstanden nur wenige. Ihrer gedenken wir.

Auch in Neuss leisteten Frauen und Männer aktiv Widerstand gegen den Faschismus. Sie kamen aus den Reihen der SPD, der KPD, der SAP, der freien Gewerkschaften, der Kirchen sowie der Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher.

Kundgebungen gegen DÜGIDA

Düsseldorf stellt sich quer – Kein Fußbreit dem Rassismus!

Wir rufen all jene, die ein Zeichen gegen Rassismus setzen wollen, dazu auf,am 12. Januar um 17.30 Uhr zu den verschiedenen Kundgebungen gegen DÜGIDA zu kommen: am Parkplatz des WDR (Stromstraße 24), an der Ecke Neusser Straße/ Fürstenwall oder am Johannes-Rau-Platz.

Für den 12. Januar 2015 ist die zweite Kundgebung der „DÜGIDA – Düsseldorf gegen die Islamisierung des Abendlandes“ am Platz des Landtages mit anschließendem „Spaziergang“ angekündigt worden. Bei DÜGIDA handelt es sich um den Düsseldorfer Ableger der rassistischen PEGIDA-Bewegung, die derzeit vor allem in Dresden mit ihren
Demonstrationen von sich reden macht.
Anmelderin der Düsseldorfer Demonstration ist Melanie Dittmer, bei der es sich um eine
extrem rechte Aktivistin handelt und die kürzlich durch Holocaust-relativierende Äußerungen in einem Interview Aufmerksamkeit erregte. Dittmer war bereits in den 1990er
Jahren eine wichtige Akteurin in der Neonaziszene NRWs. Seit 2012 tritt sie wieder
häufiger öffentlich in Erscheinung: Sie engagiert sich in der rechtspopulistischen Partei
„Pro NRW“, bekennt sich offen zur extrem rechten „Identitären Bewegung“ und trat als
Pressesprecherin von „PEGIDA NRW“ und Anmelderin der „BOGIDA“-Demonstration in
Bonn in Erscheinung. Innerhalb der DÜGIDA steht Dittmer mit ihrer extrem rechten
Haltung nicht allein – zur ersten Veranstaltung der Gruppierung im Dezember 2014 reisten
neben Aktivist_innen aus dem Umfeld der Alternative für Deutschland und Pro NRWs auch organisierte Neonazis aus dem Ruhrgebiet an.
Wir werden nicht dulden, dass Rassist_innen hier in Düsseldorf flüchtlings- und
muslimfeindliche Hetze verbreiten. Wir rufen dazu auf, sich den DÜGIDA entgegen zu
stellen und ihr Treiben mit Mitteln des zivilen Ungehorsams zu verhindern.
Wer oder was sind „PEGIDA“ und „DÜGIDA“?
Bereits seit Oktober 2014 versammeln sich Menschen in Dresden unter dem Banner
„PEGIDA – Patriotische Bürger gegen die Islamisierung des Abendlandes“, um gegen eine
vermeintliche Bedrohung durch „Überfremdung“, „Islamisierung“ und Zuwanderung zu
demonstrieren. Das Bündnis PEGIDA veranstaltet wöchentliche „Spaziergänge“, denen sich mittlerweile 17000 Bürger angeschlossen haben und bei denen nationalistische Töne und rassistische Parolen zur Tagesordnung gehören. Mit ihren Protestmärschen reagieren
PEGIDA vermeintlich auf die im Bundestag geführte Debatte über die Ausweitung der
Aufnahme von syrischen und irakischen Geflüchteten und die rechtliche Stellung von
Asylsuchenden in Deutschland. Mit diesem Ansatz versuchen PEGIDA Anhänger_innen des rechtskonservativen Spektrums zu mobilisieren, die sich vor einer vermeintlichen
„Überfremdung“ fürchten. In vielen Äußerungen der Bewegung kommt darüber hinaus eine
durchweg rassistische Grundhaltung zum Ausdruck, die sich gegen Flüchtlinge und
Muslime richtet. Das Auftreten von PEGIDA erinnert an die rassistischen Proteste gegen
Geflüchtete, die sich in den 1990er Jahren ereigneten. Die pogromartige Stimmung, die
damals von verschiedenen Medien und auch den politischen Parteien der bürgerlichen Mitte weiter angefacht wurde, endete in den brutalen Angriffen auf Migrant_innen in Rostock, Solingen und Mölln. Auch damals applaudierten vermeintlich „ganz normale Bürger_innen“ Akteur_innen der extremen Rechten und solidarisierten sich mit der Parole „Das Boot ist voll!“
Bei Dügida schwimmen auch extreme Rechte mit.
Heute, knapp 23 Jahre später, sieht es so aus, als würde sich die Geschichte wiederholen, wenn wir dem nichts entgegensetzen. Die rassistischen, insbesondere anti-muslimischen und nationalistischen Leitsätze, auf die PEGIDA fußt, sind nicht nur attraktiv für den rechten Rand bis in die bürgerliche Mitte, sondern bieten auch, wie die jüngsten Entwicklungen zeigen, Anschlussfähigkeit für Neonazis, rechte Hooligans und weitere Akteur_innen aus dem (extrem-)rechten Spektrum. Das Phänomen PEGIDA bleibt nicht auf Dresden beschränkt. Auch in anderen Städten wurden die „Spaziergänge“ imitiert -allerdings mit weit geringerem Erfolg. Zur ersten „DÜGIDA“-Veranstaltung am 8.
Dezember 2014 kamen weit weniger Teilnehmer_innen als erwartet: Statt der
angekündigten 1000 standen lediglich 400 Kundgebungsbesucher_innen 1000
Gegendemonstrant_innen gegenüber.
Die Liste der Teilnehmer_innen, die sich bereits für die letzte Veranstaltung am 8. Dezember angekündigt hatten, zeigt deutlich, mit wem wir es hier zu tun haben: Neben der Pro NRW/Köln, der Alternative für Deutschland und der Partei „Die Republikaner“ warben auch „Die Identitäre Bewegung“, die Burschenschaft „Rhenania“ und eine Gruppierung namens „Die Reichsbürger“ gemeinsam mit organisierten Neonazis aus der Dortmunder Partei „Die Rechte“, der Gruppierung „HOGESA“ („Hooligans gegen Salafisten“) und der NPD für die Veranstaltung. Sie werden dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für den
kommenden Montag tun, um hier in Düsseldorf gemeinsam ihre rassistische Hetze zu
verbreiten.
Dies gilt es zu verhindern! Die Geschichte darf sich nicht wiederholen! Lasst uns ihnen
auch diesmal lautstark entgegentreten und ihnen zeigen, dass für rassistische Hetze kein
Platz ist, weder hier noch sonstwo! Bei uns sind Geflüchtete und Migrant_innen
willkommen!
Wir rufen all jene, die ein Zeichen gegen Rassismus setzen wollen, dazu auf,am 12. Januar um 17.30 Uhr zu den verschiedenen Kundgebungen gegen DÜGIDA zu kommen: am Parkplatz des WDR (Stromstraße 24), an der Ecke Neusser Straße/ Fürstenwall oder am Johannes-Rau-Platz.

In Köln ist es am vergangenen Montag mit vielfältigen Protestaktionen gelungen so viele
Menschen auf die Straße zu bringen, dass der KÖGIDA-Demonstration der Weg versperrt
war und einige der Teilnehmer_innen erst gar nicht zum Auftaktkundgebungsplatz kamen.
Aufgrund der vielen Gegendemonstrant_innen, die sich die Straßen Kölns angeeignet
hatten, musste die Kölner Polizei die KÖGIDA-Veranstaltung schließlich absagen. Lasst uns diesen Beispielen folgen! Verhindern wir gemeinsam die rassistische Hetze von DÜGIDA, die jetzt jede Woche kommen wollen, am 12. Januar und in Zukunft!

No border, no nation – refugees welcome!

Gedenkveranstaltung zu Ehren Hermann Düllgens

Gedenkveranstaltung zu Ehren des
am 27. Oktober 1944 von den Nazis ermordeten
Hermann Düllgen

Hermann Düllgen

Am Vorabend des 70sten Jahrestages seiner Ermordung möchten wir seinem Engagement und seinem Opfer gedenken.

Wann: Sonntag 26.10.2014 18:00 Uhr

Wo: am „Buch der Erinnerung“ im Rathausinnenhof

Hermann Düllgen war seit 1929 Mitglied der KPD und von 1929 bis Mai 1932 zudem Stadtverordneter in der Neusser Stadtverordnetenvertretung.
Sofort nach der Machtübertragung an die Nazis nahm Hermann Düllgen den Widerstand gegen die NS-Diktatur auf.
Im Januar 1944 fand die Gestapo bei Düllgen Flugblattentwürfe und Briefe. Ihm wurde darauf ab dem 7. September 1944 in Darmstadt der Prozess gemacht.
Am 27. Oktober 1944 wurde das Todesurteil an Hermann Düllgen vollstreckt.
Hermann Düllgen wurde 1946 nach Neuss überführt und auf dem Hauptfriedhof beigesetzt.

Die extreme Rechte in Europa vor der Europawahl 2014

Einladung zu einer Veranstaltung zum Thema

Die extreme Rechte in Europa vor der Europawahl 2014

Referent: Carsten Hübner (Journalist)

Die Veranstaltung findet am 29. April 2014 in der Alten Schmiede

(Michaelstr. 50, 41460 Neuss) um 19.30 Uhr statt.

Umfragen zeigen, dass die extreme Rechte in vielen Ländern Europas auf
dem Vormarsch ist. In Frankreich und den Niederlanden liegen der „Front
National“ und die „Partij voor de Vrijheid“ bei den Meinungsforschern
vor den etablierten Parteien. In Österreich holte die FPÖ bei den
Nationalratswahlen Ende September 2013 über 20 Prozent der Stimmen. Auch in Deutschland konnte mit der „Alternative für Deutschland“ eine
rechtspopulistische Partei bei der Bundestagswahl 2013 einen Achtungser-folg erzielen. Die Zeit scheint günstig. Die anhaltende Euro-Krise, eine inhumane europäische Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge und die offene Ausgrenzung und Verfolgung der Roma-Minderheit bestimmen große Teile der europapolitischen Debatte. Das spielt dem antieuro-päischen, nationalistischen und extrem rechten Lager in die Hände.
Das Ziel der europäischen Rechtsparteien ist klar. Im kommenden
Europaparlament wollen sie eine eigene Fraktion bilden. Schon jetzt
werden die Netzwerke verstärkt und Verabredungen für einen gemeinsamen Wahlkampf getroffen. Das wird auch in Deutschland spürbar werden, zumal 2014 erstmals keine Prozent-Hürde zu überwinden ist. Mehrere rechtspopulistische und extrem rechte Parteien rechnen sich Chancen aus, im nächsten Europaparlament dabei zu sein.
Der Vortrag berücksichtigt auch die Ausgangslage in Nordrhein-Westfalen.

Eine Veranstaltung des
Initiativkreises zur Ehrung der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer
mit Unterstützung des
Antirassistischen Bildungsforums Rheinland

Aufruf zur Ehrung der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer am 1. Mai 2014

Vor den Wahlen zum Europäischen Parlament sind rechtspopulistische und faschistische Parteien im Aufwind. In Deutschland wie in den Nachbarländern können sie bei einem Teil der Bevölkerung auf Zustimmung rechnen.

Rechtspopulistische Propaganda schafft ein Szenario der steten Bedrohung des „anständigen Bürgers“ und knüpft vorwiegend an sozialen Widersprüchen an. Die Kluft zwischen Reichtum und Armut, die sich in der schweren Wirtschaftskrise der vergangenen sechs Jahre noch vertieft hat, wird genutzt, um – oft mit medialer Unterstützung – Sozialneid gegen die noch Ärmeren zu schüren. Sozial benachteiligte Minderheiten werden kriminalisiert, Hand in Hand damit geht die Angstmache vor „Überfremdung“ und die Diskriminierung sexueller Minderheiten. Verlangt wird im Namen eines nicht definierten „Wir“ nach der „harten Hand“, dem „starken Staat“.

Nach dem Beispiel des antifaschistischen Widerstands treten wir jeder Diskriminierung von Minderheiten entgegen. Dass alle Menschen ungeachtet ihrer sozialen Stellung, Nationalität, Hautfarbe, Religion oder sexuellen Orientierung gleich sind, das ist eine der Lehren aus der Überwindung der Herrschaft der Barbarei, die sich „Nationalsozialismus“ nannte.

Auch in Neuss leisteten Frauen und Männer aktiv Widerstand gegen diese Barbarei. Sie kamen aus den Reihen der SPD, der KPD, der SAP, der Gewerkschaften, der katholischen und christlichen Kirchen sowie der Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher.

 Wir rufen dazu auf,

der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer

am 1. Mai 2014

um 9 Uhr

an den Gräbern von Hermann Düllgen und August Höhfeld

auf dem Neusser Hauptfriedhof

zu gedenken!

Initiativkreis zur Ehrung der Neusser

Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer

Postfach 10 13 32

41460 Neuss

Demonstration gegen den Naziaufmarsch am 23. November 2013

   „NS Verherrlichung stoppen! Nazis in Remagen entgegentreten“
Gegen den Naziaufmarsch am 23. November

Ob Dresden, Bad Nenndorf oder auch die Aufmärsche für den
Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß in Wunsiedel Anfang der 2000er Jahre:
sogenannte Gedenk- oder Traueraufmärsche stellen mittlerweile einen festen
und wichtigen Bestandteil neonazistischer Erlebniskultur dar. Auch in
Rheinland-Pfalz gibt es seit Jahren Bemühungen, einen solchen Aufmarsch in
Remagen, einer Kleinstadt zwischen Koblenz und Bonn als Szene-Event zu
etablieren. Wir, das Bündnis NS Verherrlichung stoppen!, wollen uns mit
den lokalen und gesamtdeutschen Opfermythen kritisch auseinandersetzen.
Vor allem aber werden wir dem Naziaufmarsch in Remagen entschlossen
entgegentreten.

Die sogenannten „Rheinwiesenlager“

Am 7. März 1945 konnten alliierte Truppen überraschenderweise die damalige
Ludendorff-Brücke, heute vielmehr als „die Brücke von Remagen“ bekannt,
einnehmen. Eine von Wehrmachtssoldaten durchgeführte Sprengung
missglückte, die Brücke hielt vorerst stand. Die Einnahme der Brücke
ermöglichte den amerikanischen Truppen und beteiligten belgischen und
britischen Soldaten den ersten Vorstoß über den Rhein und damit ins
Zentrum Nazi-Deutschlands. Darauf folgende Siege der Alliierten und
schlussendlich die Kapitulation Nazi-Deutschlands am 08. Mai 1945 stoppten
die nationalsozialistische Mordmaschinerie. In Folge dessen errichteten
die Alliierten 18 bis 20 Gefangenenlager, die meisten entlang des linken
Rheinufers, zwischen Büderich (bei Wesel, NRW) und Heilbronn. Diese
provisorischen Einrichtungen dienten als Sammelstelle für unterschiedliche
Gefangene und hatten die Funktion eines „Durchgangslagers“. So bestand das
sogenannte „Rheinwiesenlager“ in Remagen nur zwischen April und Ende Juni
1945. Durch die kurzfristige Errichtung der Lager, waren die
Versorgungslage und die hygienischen Zustände anfangs schlecht, besserten
sich dann allerdings schnell. Dies muss aber im Kontext zu den
unmittelbaren Folgen des Krieges, wie wochenlanger Unterernährung,
Erschöpfung, den daraus resultierenden Krankheiten und der allgemeinen
Versorgungsknappheit nach Kriegsende gesehen werden. Im Remagener
Rheinwiesenlager sind knapp 1200 Tote belegt, welche auch auf Friedhöfen
in der Gegend um Remagen beerdigt sind. Nach seriösen Rechnungen sind in
allen sogenannten „Rheinwiesenlagern“ insgesamt zwischen 5.000 und 10.000
Insassen ums Leben gekommen.¹ Diese Zahl ist dabei in Relation zu der
Gesamtanzahl von etwa 1.000.000 Gefangenen zu betrachten.

Die Naziaufmärsche und das deutsche „Gedenken“

Neonazis aus der Region haben bereits vor Jahren die sogenannten
„Rheinwiesenlager“ für sich entdeckt. Ein erster, angemeldeter Aufmarsch
fand symbolisch am 08. Mai 2005 statt. In den Jahren darauf gab es in
Remagen und den umliegenden Orten durch die Neonazis kleinere Aktionen.
Seit 2009 gibt es darüber hinaus wieder einen kontinuierlichen Aufmarsch,
jeweils um den Volkstrauertag herum.

Federführend bei der Organisation sind, neben dem langjährigen Anmelder
Christian Malcoci und Ralph Tegethoff, vor allem Personen des Aktionsbüros
Mittelrhein. Tegethoff ist eine Führungsfigur der militanten Neonazis in
Deutschland und Chef der Kameradschaft Sturm 08/12 aus dem Raum
Bonn/Siegburg. Entscheidende Personen des Aktionsbüros Mittelrhein waren
die Führungskader Sven Lobeck aus Mülheim-Kärlich bei Koblenz und
Christian Häger aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seitdem sich das ehemalige
Aktionsbüro Mittelrhein wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen
Vereinigung vor Gericht verantworten muss, übernehmen insbesondere Kader
der Nazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ logistische Aufgaben. „Die Rechte“ ist
aus der nordrhein-westfälischen Kameradschaftsszene hervorgegangen. Das
Umfeld des ehemaligen Aktionsbüros Mittelrhein tritt mittlerweile unter
dem Label „JN-Ahrtal“ als Jugendorganisation der Neonazipartei NPD auf.
Der Aufmarsch in Remagen entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer
regelmäßigen Veranstaltung mit 200-300 TeilnehmerInnen, und damit zum
größten Naziaufmarsch zwischen Köln und Frankfurt. Somit ist der
Naziaufmarsch in Remagen zur größten jährlich stattfindenden Aktion der
Naziszene in Rheinland-Pfalz geworden. Im Jahr 2012 bröckelte der
Aufmarsch, nicht zuletzt bedingt durch staatliche Repression gegen die
militante Kameradschaftsszene in NRW und dem nördlichen Rheinland-Pfalz,
auf 160 TeilnehmerInnen.

Die Neonazis stilisieren bei ihrem Aufmarsch die sogenannten
„Rheinwiesenlager“ zu „Konzentrationslagern“ der Alliierten, in denen
systematisch Deutsche ermordet worden seien. Die von ihnen herbei
halluzinierte Zahl von über einer Millionen Todesopfern beweist schon in
Relation zu der Gesamtzahl der in den „Rheinwiesenlagern“ internierten
Gefangenen reichlich Absurdität. In bester revisionistischer Manier,
setzen sie den deutschen Kriegsverbrechen des Nationalsozialismus und der
millionenfach begangenen administrativen Vernichtung von Menschen einen,
angeblich von Alliierten initiierten Genozid ähnlichen Umfangs entgegen.

Dass sich die Nazis dem Thema der „Rheinwiesenlager“ annehmen können, um
dieses szeneintern als Mobilisierungspotenzial auszuschlachten, ist
logisch. Dennoch bietet die Thematik, wenn auch nicht die Form des
„Gedenkens“ durch Aufmärsche und plumpe NS-Verherrlichung, Möglichkeiten,
inhaltlich ins lokale, bürgerliche Spektrum hinein anzuschließen.
Insbesondere in der lokalen Erinnerungskultur in den Regionen um die
„Rheinwiesenlager“ herum, ranken und nähren sich seit Kriegsende
zahlreiche Mythen um Leid und Kriegsgefangenschaft. In Remagen konkret,
bildeten sich solche Mythen rund um die von dem NS-Bildhauer Adolf Wamper
und Insassen des „Rheinwiesenlagers“ entworfene Lehmfigur „Schwarze
Madonna“. Diese wird einmal jährlich in einer Kapelle in unmittelbarer
Nähe zur „Mahnung“ an das ehemalige „Rheinwiesenlager“ ausgestellt. Das
bürgerliche Gedenken in Remagen muss dabei auch im Kontext des
bundesdeutschen Erinnerungsdiskurses betrachtet werden: Unter dem
Deckmantel von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und humanitären
Begründungen soll im Land der selbsternannten geläuterten
Erinnerungsweltmeister zunehmend auch konstruierten deutschen Opfern
gedacht werden. Die Ursache, der deutsche Angriffs- und Vernichtungskrieg,
welcher für die Deutschen erst in Kriegsgefangenschaft mündete, wird
temporär ausgeblendet. Oft wird dabei im Endeffekt Schuld und Leid
abgerechnet, und Bomben auf deutsche Städte mit dem industriellen
Massenmord verglichen. Deutsche TäterInnen und die damalige
„Volksgemeinschaft“ werden somit nachträglich als Opfer rehabilitiert.

23.November – Den Nazis entgegentreten! In der Provinz! In Remagen!

Wir wollen es nicht hinnehmen, dass im fünften Jahr in Folge Neonazis in
Remagen weitgehend ungestört aufmarschieren können. Antifaschistische
Gegenproteste vor Ort wurden in den vergangenen Jahren kriminalisiert und
klein gehalten.² Damit muss Schluss sein! Wir werden am 23. November 2013
solidarisch mit den fortschrittlichen Teilen der Zivilgesellschaft und
aktiven Nazigegnern in der Provinz dem Naziaufmarsch entgegentreten.
Gerade deshalb werden wir auch Teile des lokalen Gedenkens kritisieren.
Ohne die Reflexion der Bedingungen und Verhältnisse, die zu deutschem
Größen- und Rassenwahn führten und als eine deren Folge die sogenannten
„Rheinwiesenlager“ entstanden, ist eine ehrliche und schließlich
emanzipatorische Auseinandersetzung mit dem deutschen Nationalsozialismus
nicht möglich.

Kommt am 23. November zur antifaschistischen Demo und zum anschließenden
Protest gegen den Naziaufmarsch in Remagen! NS Verherrlichung stoppen!
Deutsche Mythen ins Wanken bringen! Gegen jeden Geschichtsrevisionismus!

—-
1: Rüdiger Overmans (1995): Die Rheinwiesenlager 1945, in: Hans-Erich
Volkmann (Hrsg.): Ende des Dritten Reiches, Ende des Zweiten Weltkriegs.
Eine perspektivische Rückschau.
2: In Folge des Naziaufmarsches 2010 kam es zu massiver Repression gegen
AntifaschistInnen, die zu zwei Gerichtsverfahren führte. Mehr Infos:
www.remagensoli.blogsport.de

Aufruf => http://remagen2013.blogsport.de/aufruf/

Veranstaltungsempfehlung: Bundeswehr und Schulen. Pro und Contra.

 

Am 6.11.2013 (in Neuss) und am 7.11.2013 (in Krefeld)

findet eine Veranstaltungmit dem Thema Bundeswehr und Schulen statt.

Der Vortrag mit Diskussion wird Begleitet von Herrn Michael Schulze von Glaße.

Aktuell werben Jugendoffiziere und Berater der Bundeswehr verstärkt an Schulen für die Bundeswehr.

Dieses Thema betrifft besonders Lehrer / Pädagogen und Schülerinnen und Schüler.

Aber letztendlich ist dies auch ein gesellschaftliches Thema, daß einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden sollte.

Termine:

  • Veranstaltung der VHS-Neuss am 06.11.2013 um 19 Uhr 30 im VHS-Romaneum, Brückstr. 1, Erdgeschoss, Raum E129

  • Am 07.11.2013 findet die gleiche Veranstaltung auch mit Herrn Michael Schulze von Glaßer in Krefeld statt.

Deutsche Friedensgesellschaft

Vereinigte Kriegsdienstgegener

Neuss/Niederrhein

Flyer der Deutschen Friedensgesellschaft zum

Thema Schulen ohne Bundeswehr: Flyer Schule ohne BW