Familie Cohen

Familie Adolf Cohen

Der Inhaber Adolf Cohen ist am 14.03.1871 in Ruhrort geboren worden und 1901 zog er von Buer in Westfalen nach Neuss. Er war verheiratet mit Julie Levison (Stuttgart 1872-1937 Düsseldorf). Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor. Seine Töchter Erna, Hedwig und Alma waren bereits 1933 von Neuss weggezogen. Die vierte Tochter Irma war im Geschäft des Vaters als Verkäuferin tätig.
Sein Geschäft hatte der westfälische Kaufmann kurz nach seiner Niederlassung in Neuss auf der Oberstraße 106-108 unter dem Namen „Haushaltsbazar“ eröffnet. Wann er das Geschäft auf dem Büchel 31 eröffnete ist nicht bekannt. Neben 27 anderen Geschäften jüdischer Neusser Bürger betrieb Adolf Cohen sein Geschäft auch noch im Jahre 1935. Am 1. April 1938 gab er den Betrieb auf Druck in „arische“ Hände über.
Adolf Cohen war von 1919 durchgehend bis 1931 Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Neuss, zuletzt dann noch für den Zeitraum 1938-1939. Bereits kurz nach seinem Zuzug war er im Vorstand des „Vereins für jüdische Geschichte und Kultur“, der 1906 40 Mitglieder zählte. Politisch stand Adolf Cohen dem dem „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ nahe, der im Jahre 1893 als Antwort auf die antisemitischen Umtriebe gegründet worden war und eine eher konservative und betont patriotische Haltung einnahm. Cohen gehörte bereits im Jahre 1903 zu den Abonnenten der Verbandszeitschrift „Im Deutschen Reich“. Für die Zeit der Weimarer Republik ist bekannt, das  Cohen Mitglied im Central-Verein war. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1937 nahm Adolf Cohen seine Tochter Irma und ihren Mann Max Strauß bei sich auf.
Tochter Irma wanderte mit ihrem Mann und ihrem Kind am 24.07.41 in die USA aus. Am 30. Oktober 1941 wurde Adolf Cohen mit der Familie Siegfried Wolf in das von Emil Lehmann bewohnte Hause Büchel 5 eingewiesen. In das nun „judenfrei“ gewordene Haus Büchel 31 konnten nun „Volksgenossen“ eingewiesen werden. Adolf Cohen wurde zusammen mit Isaak Gottschalk, Emil Lehmann und Max Müller von der Stadt Neuss im „geschlossenen Arbeitseinsatz“ gegen einen geringen Lohn als Straßenkehrer eingesetzt. Am 5.3.1942 meldete sich Cohen nach Düsseldorf ab bzw. wurde in ein Düsseldorfer „Judenhaus“ eingewiesen. Von dort aus fand im selben Jahr die Deportation statt. In Düsseldorf stieg Adolf Cohen gemeinsam mit Emil Lehmann am 22. Juli 1942 in den aus Aachen kommenden Zug nach Theresienstadt.

Adolf Cohen, Emil Lehmann und zwei weitere Neusser Juden wurden am 29. September 1942 nach Maly Tristinec bei Minsk verschleppt, wo sie wahrscheinlich nach ihrer Ankunft ermordet worden sind. Seine Tochter Alma, die mit Dr. Arthur Salomon verheiratet war, gilt wie ihr Mann seit 1942 in Izbica verschollen.

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