Hermann Düllgen

Hermann Düllgen

Hermann Düllgen wurde 1899 in Düsseldorf geboren und wohnte seit 1928  in Neuss. Er war seit 1929 Mitglied der KPD.
Mit seiner Frau Wilhelmine und seinem gerade geborenen Sohn Hermann bezog er eine Wohnung in der Spulgasse 9.
Den Lebensunterhalt verdiente er bei der Firma Philipp Holtzmann. 1929 wurde er entlassen und schlug sich fortan als Gelegenheitsarbeiter durch. Immer stärker bestimmte die Politik immer stärker sein Leben.
Ab 1929 zog er als Redner für die KPD von einer Kundgebung zur anderen, warb für die Mitgliedschaft in der KPD, der Organisation „Rote Hilfe“ und für der „Revolutionäre Gewerkschaftsopposition“ (RGO).

Von 1929 bis Mai 1932 war Hermann Düllgen zudem Stadtverordneter der KPD in der Neusser Stadtverordnetenvertretung.

Die erste Verhaftung:
Am 28. Februar 1933 wurde Hermann Düllgen im Zusammenhang mit dem Reichstagsbrand verhaftet („Vorbereitung zum Hochverrat durch die Verbreitung von Flugblättern und Broschüren“) und in das Konzentrationslager Börgermoor eingeliefert. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung, nun Rheinstraße 6 in Neuss, hatte die Polizei Flugblätter und Broschüren beschlagnahmt.

Im November 1933 begann der Prozess gegen Hermann Düllgen in dessen Verlauf wurde er vom OLG Hamm zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Verbüßung der Haftstrafe im Gefängnis Anrath kam Hermann Weihnachten 1934 wieder aus dem Gefängnis.
Nach seiner Entlassung nahm er sofort gemeinsam mit Ernst Braun seine Widerstandstätigkeit auf.

Wie sah diese Widerstandstätigkeit der KPD unter den Bedingungen der NS-Diktatur aus? Düllgens Vorstellung war die Reorganisation der KPD und ihrer Organisationen. Verwirklicht werden sollte dieses Ziel mittels der Bildung von „Zellen“ von 3-5 Mann und der Werbung von Vertrauensleuten in großen Firmen wie der International Harvester Company oder der National Radiator. Durch die Vertrauensleute sollte die Arbeiterschaft über Ziele und Aufbau der Organisation informiert werden. Weiter beabsichtigte Düllgen, junge Kommunistischen in bürgerliche Sportvereine und andere Organisationen zu senden, um dort Aufklärungsarbeit zu leisten. Eine Gastwirtschaft auf dem Neumarkt in Neuss diente Düllgen und seinen Mitstreitern als konspirativer Treffpunkt. Hier besprach man die Aktivitäten und versteckte auch Druckschriften und Flugblätter.

Zweite Verhaftung und der Prozess in Hamm:
Nach der Verhaftung eines Kuriers in Zons im Juli 1935 und einer Razzia in dieser Gastwirtschaft durchsuchten Polizei und Gestapo am 30. August 1935  Düllgens Wohnung und verhafteten ihn erneut. Er wurde mit 38 weiteren Kommunisten im Mai 1936 vor Gericht gestellt.
Bei diesem Prozess vor dem OLG Hamm wurde Düllgen zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Seine Haft trat er in der Haftanstalt Lüttringhausen (Stadtteil von Remscheid im Bergischen Land) an.

Widerstand im Bombenräumkommando:
Im Jahre 1942 meldete sich Düllgen gemeinsam mit Hans Funger und Ernst Braun zum Einsatz bei einem Bombenräumkommando, das in Düsseldorf-Kalkum in einem Lager untergebracht war. Er wollte auf diesem Weg Kontakte zu Neusser und Düsseldorfer Antifaschisten herstellen und Flugblätter verteilen, also seine Widerstandstätigkeit wieder aufnehmen. Düllgen nutzte die Gelegenheit, auf dem Weg zu den Bombenräumeinsätzen Kontakte zu knüpfen und Flugblätter zu verteilen bzw. diese in der Wohnung der Schwester seiner Freundin Frieda zu deponieren.

Dritte Verhaftung, Prozess in Frankfurt und das Todesurteil:
Im Januar 1944 fand im Lager Kalkum eine Razzia statt. Dabei fand die Gestapo bei Düllgen Flugblattentwürfe und Briefe. Ihm wurde darauf ab dem
7. September 1944 in Darmstadt der Prozess wegen „Vergehens der Wehrkraftzersetzung, als auch der Vorbereitung zum Hochverrat und der Feindbegünstigung“ gemacht. Das Gericht verurteilte Hermann Düllgen zum Tode.
Am 27.Oktober 1944 wurde das Todesurteil vollstreckt.

Seine Verwandten erfuhren erst nach Kriegsende, was mit ihm geschehen war. Nachdem sein Vater und seine Schwester Grete ihren Sohn und Bruder am 20. September 1944 ein letztes Mal im Gefängnis in Frankfurt-Preungesheim besuchen durften, hatten sie keine weitere Nachricht erhalten.

Am 23. Juni 1946 wurde der Leichnam von Hermann Düllgen nach Neuss überführt und auf dem Hauptfriedhof beigesetzt.

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